Bildung
Berufsschule in der dualen Ausbildung
Die Berufsschule ist neben dem Betrieb der zweite Lernort der dualen Ausbildung: Der Unterricht umfasst mindestens 12 Wochenstunden und findet an ein bis zwei Tagen pro Woche oder als Blockunterricht statt; die Anmeldung bei der für den Beruf zuständigen Berufsschule übernimmt in der Regel der Ausbildungsbetrieb. Der Betrieb muss Azubis für den Unterricht freistellen und die Schulzeit auf die Ausbildungszeit anrechnen; wer berufsschulpflichtig ist, regelt jedes Land selbst, unter anderem mit unterschiedlichen Altersgrenzen.
Die duale Berufsausbildung verbindet praktische Ausbildung im Betrieb mit Unterricht in der Berufsschule. Dort lernen Auszubildende berufsbezogene und berufsübergreifende Inhalte; für den betrieblichen Teil gelten bundesrechtliche Regeln, während die Länder für die Berufsschulen zuständig sind. 26
Wer das braucht
- Wer eine duale Ausbildung macht, lernt an beiden Orten: im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Ob der Schulbesuch verpflichtend ist, richtet sich nach den Regeln des jeweiligen Landes. 2345
- Die Schulpflicht ist nicht überall gleich geregelt. In Bayern sind Auszubildende grundsätzlich zum Berufsschulbesuch verpflichtet, längstens bis zum Ende des Schuljahres, in dem sie 21 Jahre alt werden. Auszubildende mit Abitur oder Fachhochschulreife sind dort nicht berufsschulpflichtig, dürfen die Berufsschule aber besuchen. 4
Schritt für Schritt
- Klären Sie mit Ihrem Ausbildungsbetrieb, welche Berufsschule für Ihren Ausbildungsberuf infrage kommt. Die Standorte der Fachklassen werden in den Ländern festgelegt; für Berufe mit wenigen Auszubildenden gibt es teilweise länderübergreifende Fachklassen. 6
- Klären Sie, wie die Anmeldung erfolgt. In Gerlingen (Baden-Württemberg) meldet in der Regel der Ausbildungsbetrieb bei der zuständigen Berufsschule an. Im Bereich der IHK Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) muss der Betrieb Auszubildende unmittelbar nach Abschluss des Ausbildungsvertrags beim Berufskolleg anmelden. 35
- Planen Sie den Unterricht ein: Er findet je nach örtlicher Organisation wöchentlich oder als Blockunterricht statt. Bei einer dualen Vollzeitausbildung besuchen Auszubildende die Berufsschule an ein bis zwei Tagen pro Woche oder in einem mehrwöchigen Block. Der Unterricht umfasst nach der Rahmenvereinbarung mindestens 12 Wochenstunden. 26
- Nehmen Sie am Unterricht teil. Der Betrieb muss Auszubildende dafür freistellen und darf sie vor einem Berufsschulunterricht, der vor 9 Uhr beginnt, nicht beschäftigen. Unterrichtszeit einschließlich Pausen und notwendiger Wegezeiten zwischen Berufsschule und Ausbildungsstätte wird auf die Ausbildungszeit angerechnet; die freigestellte Zeit muss nicht nachgearbeitet werden. 12
- Beachten Sie die Regeln für längere Schultage und Blöcke: An einem Berufsschultag mit mehr als fünf Unterrichtsstunden von jeweils mindestens 45 Minuten sind Auszubildende einmal pro Woche freizustellen. Der Tag wird mit der durchschnittlichen täglichen Ausbildungszeit angerechnet. Für eine planmäßige Blockunterrichtswoche mit mindestens 25 Stunden an mindestens fünf Tagen erfolgt ebenfalls eine Freistellung; sie wird mit der durchschnittlichen wöchentlichen Ausbildungszeit angerechnet. In solchen Wochen sind zusätzliche betriebliche Ausbildungsveranstaltungen von bis zu zwei Stunden wöchentlich zulässig. Freizustellen sind Auszubildende außerdem für Prüfungen und an dem Arbeitstag unmittelbar vor der schriftlichen Abschlussprüfung. 1
Kosten und Dauer
- In Bayern dauert der Berufsschulunterricht so lange wie die betriebliche Ausbildung, mindestens zwei und höchstens dreieinhalb Jahre. Bei Blockunterricht kann eine Unterbringung nötig sein, wenn die tägliche Rückkehr nicht möglich ist; die entstehenden Kosten werden dort bis auf eine geringe Eigenbeteiligung ersetzt. 4
Fristen
- Im Bereich der IHK Düsseldorf muss der Ausbildungsbetrieb die Anmeldung beim Berufskolleg unmittelbar nach Abschluss des Ausbildungsvertrags vornehmen. 5
Je nach Stadt
- Gerlingen: Die veröffentlichten Informationen für Baden-Württemberg nennen eine Berufsschulpflicht für Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr, wenn sie die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben und keine weiterführende allgemeinbildende oder berufliche Schule besuchen. Wer ein Ausbildungsverhältnis vor Ende des Schuljahres beginnt, in dem er oder sie 18 wird, bleibt bis zum Ausbildungsabschluss berufsschulpflichtig. 3
- Düsseldorf: In Nordrhein-Westfalen heißen Berufsschulen „Berufskollegs“. Wer bei Beginn des Ausbildungsverhältnisses noch nicht 21 Jahre alt ist, ist bis zu dessen Ende schulpflichtig. Wer zu Beginn bereits 21 ist, darf das Berufskolleg besuchen, muss es aber nicht. Ist der Betrieb einverstanden, kann ein anderes Berufskolleg besucht werden, wenn es ausreichend Plätze hat. 5
Offizielle Quellen
- Bundesamt für Justiz (gesetze-im-internet.de) · geprüft am 8. Oktober 2026Berufsbildungsgesetz (BBiG) § 15 Freistellung, Anrechnung
- Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) · geprüft am 8. Oktober 2026Ausbildung (duale Berufsausbildung)
- Stadt Gerlingen (Lebenslagen-Text von service-bw, freigegeben vom Kultusministerium Baden-Württemberg) · geprüft am 8. Oktober 2026Berufsschule
- Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus · geprüft am 8. Oktober 2026Die bayerische Berufsschule
- IHK Düsseldorf · geprüft am 8. Oktober 2026Berufsschule / Berufskolleg
- Kultusministerkonferenz (Bildungsministerkonferenz) · geprüft am 8. Oktober 2026Berufsschule – Ein Lernort der Dualen Berufsausbildung
- Kultusministerkonferenz (Bildungsministerkonferenz) · geprüft am 8. Oktober 2026Rahmenlehrpläne und Ausbildungsordnungen in der dualen Berufsausbildung